Quartetto – Ensemble moderne et traditionnel

Kopfkino und Kammerspiel

Das Weltmusik-Ensemble Quartetto interpretiert in seinem neuen Programm Quartetto at the movies Klassiker der Filmmusik.
Mit etwas außergewöhnlicher Besetzung aus Querflöte, Akkordeon, Jazzgitarre und Latin-Percussion begeben sich Elke Andersen, Arne Gloe, Michael Dröse und Vincent Judith alias Quartetto auf die Spur bekannter oder kurioser Kino-Melodien. Wenn sie Walzer aus der “Fabelhafen Welt der Amélie”, das Zitherzupfen aus Orson Welles’ Klassiker “Der dritte Mann”, die Minimalklänge von Kultfilmen wie “Das Piano” oder “Ziemlich beste Freunde” anstimmen, ist der Wiedererkennungswert hoch. Doch Kitsch hat keine Chance.

Das 2010 gegründete und in der Musikszene Schleswig-Holsteins fest etablierte Ensemble vermeidet es, Ohrwürmer breit zu treten. Vielmehr gelingt es der versierten Formation Schätze der Filmmusik dicht am Original neu zu durchdringen und trotz Eingängigkeit ein intensives Klangerlebnis zwischen Kammer- und Weltmusik zu bieten. Humor inklusive. So schaffen die Vier – mit dem Publikum stets auf Augenhöhe – eine Melange aus Nonchalance und Tiefgang.

Breites Stil-Spektrum

Ein breites Spektrum von Minimal bis Folk und tanzbaren Rhythmen wie Walzer, Tango, Klezmer und Samba ist typisch für die Kultmelodien, die das Quartett in den Arrangements ihrer Instrumentierung anpasst. Da kann schon mal die sinfonische Schwermut des Paten in eine feurige italienische Tarantella übergehen, beim Walzer aus “Brot und Tulpen” geben sich Jazz und Tango ein Stelldichein. Und Henry Mancinis fröhliche Samba Meglio Stasera aus dem “Rosaroten Panther” – im Original 1963 von Fran Jeffries gesungen und getanzt – generiert mit dem Akkordeon neue Bilder.
Schwebend-elegisch bis zur Schwindel erregenden Rasanz eines Karussells verbeugt sich das Ensemble vor den Originalen – mit kammermusikalischem Anspruch. Wo im Kino Klavier, Streicher oder Panflöte den Ton angeben, haben bei Quartetto Querflöte und Akkordeon die Melodieführung. Die E-Gitarre kann Bass-Elemente übernehmen, die Percussion neben streichelzarten Besen und groovigen Trommeln auch die filigranen Töne eines Glockenspiels einbinden. Und Soli werden gern mal jazzig.

 

Kurzbiografien der Musiker

Elke Andersen – Der Leuchtturm: Querflöte

Geboren 1963 in Hamburg. Elke Andersen kommt aus der Klassik, ihr musikalischer Schwerpunkt liegt in der Kammermusik. Klavier- und Querflötenunterricht seit dem 12. Lebensjahr. Studium an der Musikhochschule Lübeck bei Wolfgang Ritter und Udo Heinzmann mit Abschluss staatliche Musiklehrerin und künstlerischer Reifeprüfung. Vier Jahre Lehrtätigkeit an der Musikschule Steglitz/ Berlin, derzeit an der Musikschule Neumünster, wo sie ein Querflötenensemble leitet. Seit 2003 Mitbegründung und Mitglied des Hamburger Bläserquintetts Fianchetto. Mit dessen umfangreichen Repertoire ist sie deutschlandweit aufgetreten, unter anderem beim Schleswig-Holstein-Musikfestival (Rahmenprogramm). Regional gefragte Flötistin in diversen projektbezogenen Orchestern, darunter die Norddeutsche Sinfonietta. 2010 Gründungsmitglied des Weltmusikquartetts Quartetto. Elke Andersen singt im Chor des Schleswig-HolsteinMusikfestivals und ist als Posaunistin Mitglied von Käpt’n Kümos Marching Band. Ihre Faszination für Mittelstimmen und Bass-Instrumente tut der Tatsache keinen Abbruch, dass sie im Quartetto als melodische Führungsstimme mit exzellentem Spiel die Hosen anhat, Verzeihung – den Hut trägt. Lebt in Aukrug, Schleswig-Holstein.

 

Arne Gloe – Der Fels: Akkordeon, Arrangements

Jahrgang 1967
Arne Gloe spielt seit Kindesbeinen Akkordeon, lernte mit 15 Jahren Klavier, entdeckte früh den Jazz. 1986 bis 1990 gehörte er der Jazzklasse von Wolfgang Dörner an der Musikschule Neumünster an. 1993 bis 1999 Studium der Musikwissenschaften an der FU Berlin und Kontrapunkt, Harmonielehre, Choralsatz bei Carlo Inderhees, Berlin. Preisträger „S-H jazzt“ 1989 in der Kategorie Combo mit Eigenkompositionen. Entwickler von Soundscapes und experimenteller Musik, begehbarer Musikskulpturen für Ausstellungen (Berlin, Wismar, Wreden). Gefragter, fundierter und stilistisch versierter Studiomusiker und Komponist für Theater- und Filmmusik, darunter für das ZDF „Die Müttermafia-Patin (mit Giovanni Weiss) (2014) und als Solo-Akkordeonist für das Schmidt Theater Hamburg „Komm ma rein“ (seit 2015). Seit 2005 erfolgreich mit verschiedenen norddeutschen Ensembles und Formationen auch international unterwegs, darunter Friedrich jr., Baltic Sea Child, Charly Schreckschuss Band, Kako Weiss Ensemble, Café Royal Salonorchester, VIAGGIO european jazz. Arne Gloe lebt in Neumünster.

Michael Dröse – Die Brandung: Congas, Bongó, Cajon, Darbuka, Pandeiro, Shekere, Glockenspiel, Xylophone, Timba sowie Small und Effect Percussion. Der Mann für den Groove.

Geboren 1961, begann Dröse 1981 als Autodidakt Congas, Bongo und Small Percussion zu lernen. Seit 1985 Unterricht und Workshops bei zahlreichen Percussionisten, darunter Tata Güines (Kuba), John Santos (USA), Nicky Marrero (USA), Martin Verdonk (Niederlande), Andres Molino (Kuba), Dudu Tucci (Brasilien) und Thomas Altmann (Hamburg). Mitbegründer und Mitglied von Schleswig-Holsteins erster Sambaband Sambuca(Kiel) von 1986-1990. Als vielseitiger semiprofessioneller Percussionist mit Wurzeln in der Latin-, Brazil- und Afropercussion war Dröse Mitglied zahlreicher Hamburger Bands darunter Cuero Cuero um den Schlagzeuger Thomas Altmann, das SalsaOrchester Ven pa ca und dem afro-kubanischen Projekt Aye Ilù sowie Quinta Feira mit zahlreichen Engagements im In- und Ausland. Basierend auf diesen Erfahrungen und großer stilistischer Offenheit weitete Dröse sein rhythmisches Können auf Rock, Pop, Funk, Jazz, Folk und Weltmusik aus und tritt seit drei Jahrzehnten nebenberuflich in verschiedenen Formationen auf. Preisträger des „Deutschen Rock- und Pop-Preises“ 2004, Kategorie Weltmusik. Sonderpreisträger beim Pinneberg Summerjazz 2012 als bestes Percussion-Duo (Congas, Timbales) mit seinem Bruder Christian Dröse. Lebt in Tangstedt bei Hamburg

Vincent Judith – Die Möwe: Gitarre

Jahrgang 1975. Inspiriert von Jimi Hendrix spielt Judith seit 1990 Gitarre. Als Autodidakt erhielt er Unterricht bei Gilles Clément(Paris) und Sandra Hempel sowie Ulf Meyer und bereicherte seine stilistische Bandbreite um Jazz, Rock, Blues, Funk, Brazil, Balkan mit derzeitigem Schwerpunkt Gypsy und Swing. Judith ist Mitglied verschiedener Projekte und Formationen, darunter dem Ostangeliter Orientexpress, Hotel du Nord, Menage à trois, dem Klezz Trio und dem Dettmers-Judith-Ehlers-Trio. Sein breit gefächerter Musikgeschmack geht vom IndieRock à la Blonde Redhead bis zum Latin-König Joao Gilberto. Beeinflusst von Legenden wie Django Reinhardt, John Zorn, Jaco Pastorius oder Jean-Paul Bourelly ist Judiths sensibles Spiel im ständigen Fluss zwischen Interpretation und Improvisation und integriert Soundideen aus unterschiedlichsten Projekten. Vincent Judith ist im Hauptberuf Gymnasiallehrer für Englisch und Französisch und lebt in Kiel.

Informationen auf einen Blick
Eintrittskarten für diese Veranstaltung erhalten Sie im C.ulturgut, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und  Hier online buchen
Vorverkauf: 19,00€
Datum: Fr, 16. März 2018
Einlass: 18:00 Uhr
Beginn: 19:00  Uhr
Notiz: Abendkassen-Zuschlag 2,00 €